Diese Digitalisierungsthemen sind für TGA-Betriebe relevant!
09.07.2024 Experten-Wissen

Diese Digitalisierungsthemen sind für TGA-Betriebe relevant!

Kältetechnik, Isoliertechnik, MSR-Technik, Automation, Klimatechnik, Lüftung und Wärmepumpen, SHK-Installation: Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) ist ein weites Feld! Viele „Player“ kommen hier zusammen. Bei Projekten müssen Teams aus den unterschiedlichsten Bereichen gezielt und effizient zusammenarbeiten. Zeiten, Materialien und die Einhaltung planerischer bzw. gesetzlicher Vorgaben müssen auf Anfrage nachgewiesen werden, damit der Betrieb und die Wartung von Anlagen reibungslos funktionieren. Umfassende Digitalisierung ist der Schlüssel für die nahtlose Verknüpfung all dieser Aspekte.

Abbildung des Eingangs Mitte auf der Chillventa 2022

In diesem Beitrag bekommen Sie einen Überblick über 20 relevante Digitalisierungsthemen, mit denen TGA-Unternehmen heute Aufgaben im Tagesgeschäft bzw. bei dessen unternehmerischer Organisation weitestgehend papierlos, damit einfacher, klimafreundlicher und kosteneffektiver erledigen können.

 

Digital-Themen im TGA-Tagesgeschäft sind beispielsweise:

1. Digitales Auftragsmanagement: Professionelle Online-Plattformen ermöglichen die effiziente Annahme, Bearbeitung und Dokumentation von TGA-Aufträgen, wodurch zeitraubende manuelle Prozesse reduziert werden. Diese Systeme bieten eine zentrale Übersicht über alle Aufträge, verbessern die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und sorgen für eine lückenlose Dokumentation des gesamten Auftragsverlaufs.

2. Mobile Service-App: Techniker im Außendienst erhalten mit mobilen Service-Apps jederzeit Zugriff auf Auftragsinformationen, technische Dokumentationen und Ersatzteilkataloge, was eine zügige und effiziente Auftragsbearbeitung ermöglicht. Die Apps unterstützen außerdem die Dokumentation von Wartungsarbeiten und Störungen sowie die Fernwartung von Anlagen per Live-Video-Funktion.

3. Augmented Reality (AR): AR-Brillen ermöglichen Technikern die Fernwartung und Fehlerbehebung von TGA-Anlagen aus der Ferne, indem sie virtuelle Informationen über die reale Umgebung einblenden. Durch die Kombination von AR mit Live-Video-Unterstützung können sie vor Ort in Echtzeit Hilfestellung leisten und Ausfallzeiten minimieren bzw. verhindern.

4. Predictive Maintenance: Mithilfe von Sensordatenanalyse und maschinellem Lernen lassen sich bevorstehende Ausfälle bzw. deren Wahrscheinlichkeit vorhersagen und präventive Wartungsmaßnahmen planen. Predictive Maintenance reduziert so ungeplante Stillstände, optimiert Wartungsressourcen und senkt die Gesamtwartungs- und Betriebskosten.

5. Datengestützte Optimierung: Die Analyse von Betriebsdaten aus TGA-Anlagen ermöglicht die Identifizierung von Energieeinsparpotenzialen und die Optimierung der Anlagenleistung gemäß der Umgebungsbedingungen und Nutzervorgaben. So lässt sich der Energieverbrauch senken, Betriebskosten werden optimiert und CO2-Emissionen sinken.

6. Digitale Dokumentation: Die papierlose Dokumentation von Wartungsarbeiten, Prüfungen, Reparaturen, Material- und Zeitverbrauch spart Zeit. Sie verbessert die Übersichtlichkeit und erleichtert die Archivierung von Wartungsdaten. Digitale Dokumentationen sind jederzeit verfügbar und bei Erstellung mit dafür geeigneter Software manipulationssicher. Sie können über Schnittstellen mit anderen Systemen verknüpft werden.

7. Kundenportal: Ein Online-Kundenportal bietet Kunden rund um die Uhr Zugriff auf Informationen, wie beispielsweise den Status ihrer Aufträge, die Wartungshistorie ihrer Anlagen und Gerätedaten. Dies erhöht die Kundenzufriedenheit und verbessert die Transparenz. Durch diese aktive digitale Kommunikation mit den Kunden lassen sich auch unnötige Anfragen und dafür aufzuwendende Personalzeiten verringern.

8. Smarte Lagerwirtschaft: Digitale Lagerhaltungssysteme optimieren die Bevorratung, Beschaffung und Logistik von Materialien und Ersatzteilen, indem sie den Bedarf anhand von Wartungsdaten und Verbrauchsstatistiken vorhersagen. So werden Lagerkosten gesenkt, die Kapitalbindung minimiert und die Lieferbereitschaft erhöht.

9. Vernetzte Geräte: Die Integration von Gebäudetechnik in das Internet der Dinge (IoT) ermöglicht die lückenlose Sammlung umfangreicher Betriebsdaten in Echtzeit. Die Auswertung dieser Daten wiederum ermöglicht die Bereitstellung von Services aller Art, von der automatisierbaren Steuerung über Alarme bis hin zu Steuerung und ungeplanten Wartungen zur Vermeidung von Ausfällen.

10. Building Information Modeling (BIM): Die Nutzung von BIM-Modellen während der gesamten Lebensdauer von Gebäuden – von der Planung über die Ausführung bis zur Wartung – optimiert auch die TGA-Planung, -Installation und -Instandhaltung. BIM verbessert außerdem die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, reduziert Fehler und ermöglicht einen effizienteren Gebäude- bzw. Anlagenbetrieb.

 

 

Unternehmerische Themen sind beispielsweise:

1. Digitale Geschäftsmodelle: Digitale Geschäftsmodelle basieren auf der Nutzung von Daten und smarten Technologien, um innovative Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zu entwickeln, die den Kunden einen Mehrwert bieten. Beispiele für digitale Geschäftsmodelle sind Online-Plattformen, Abo-Dienste, datenbasierte Beratung und smarte Fertigungsprozesse.

2. Plattformökonomie: Die Plattformökonomie basiert auf der Vernetzung von verschiedenen Akteuren – wie Handwerkern, Kunden und Herstellern – über digitale Plattformen. Diese Plattformen ermöglichen den Austausch von Informationen, die Koordination von Aktivitäten und die Durchführung von Transaktionen, was zu einer effizienteren und kostengünstigeren Wertschöpfung führt.

3. Innovation: Digitale Technologien ermöglichen Unternehmen, Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln und zu analysieren, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die besser auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind. Beispiele für datenbasierte Innovationen sind automatisch erstellte personalisierte Produktempfehlungen, intelligente Assistenzsysteme oder optimierte Lieferketten vom Hersteller über den Großhandel und Installationsbetrieb bis zum Endkunden.

4. Digitale Kundenansprache: Social Media, E-Mail und mobile Apps ermöglichen Unternehmen, eine automatisierbare, personalisierte und zielgerichtete Kundenkommunikation. Die Analyse von Kundendaten unterstützt Unternehmen dabei, individuelle Kundenprofile zu erstellen und so maßgeschneiderte Marketingkampagnen zu entwickeln.

5. Virtuelle Realität (VR) in Ausbildung und Schulung: VR-Anwendungen können Mitarbeiter:innen immersive und interaktive Erlebnisse bieten, die im Idealfall zu einem besseren bzw. praxisorientierteren Lernerfolg führen. VR kann beispielsweise für die Ausbildung und Schulung von Mitarbeiter:innen in gefährlichen oder nicht vor Ort verfügbaren Umgebungen eingesetzt werden. Zeitlicher Aufwand, Risiken und Kosten für Schulungen bzw. Aus- und Weiterbildungen sinken.

6. Künstliche Intelligenz (KI): KI kann Unternehmen bei der Automatisierung von Aufgaben, bei der Analyse von Kundendaten und bei der Entwicklung intelligenter Lösungen unterstützen. Praktische Beispiele für KI-Anwendungen sind Chatbots zur Beantwortung von Kundenfragen auf Websites, automatische Bild- und Spracherkennung oder die prädiktive Wartung von Anlagen.

7. Cybersicherheit: Dem Schutz sensibler Kunden- und Unternehmensdaten vor Cyberangriffen kommt eine immense wirtschaftliche und rechtliche Bedeutung zu. Unternehmen müssen geeignete Sicherheitsmaßnahmen implementieren und für ein angemessenes Sicherheitsbewusstsein bei ihren Teams sorgen, um ihre Systeme vor Hackern, Malware, Erpressung, Know-how-Diebstahl und anderen Bedrohungen zu schützen.

8. Nachhaltigkeit: Digitale Technologien können Prozesse, Produkte und Dienstleistungen nachhaltiger machen. Beispiele für digitale Lösungen im Bereich der Nachhaltigkeit sind Smart-Home-Anwendungen zur Energieeinsparung, papierlose Dokumentenverwaltung, die Optimierung von Lieferketten und flexible Routenplanung für Servicetechniker:innen und deren Fahrzeuge.

9. Bildung einer Arbeitgebermarke: Social Media, Karriereseiten und Online-Jobbörsen bieten Unternehmen die Möglichkeit, eine attraktive Arbeitgebermarke gezielt aufzubauen und Fachkräfte zu gewinnen. Eine starke Arbeitgebermarke kann die Motivation von Mitarbeiter:innen steigern, die Bindung an den Betrieb erhöhen und den Wettbewerb um Talente gewinnen.

10. Digitale Unternehmenskultur: Eine digitale Unternehmenskultur fördert fachliche Innovation, unternehmerische Agilität und die aktive Nutzung digitaler Technologien im gesamten Team. Flache Hierarchien, offene Kommunikation, kollaborative Arbeitsformen und die Bereitstellung von digitalen Tools und Ressourcen fördern diese Kultur.

 

Das Forum DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN im Rahmen der Chillventa 2024 vom 8. bis 10. Oktober 2024 in Nürnberg bietet Fachbesuchern die perfekte Möglichkeit, sich über aktuelle Trends und praxisorientierte digitale Lösungen für die Kälte- und Klimabranche zu informieren, um Projekte und Strategien weiterzuentwickeln und ihre Betriebe zukunftsfest zu machen.

Alle Forenthemen und -zeiten an den jeweiligen Messetagen sowie detaillierte Informationen zu den Praxisinterviews, Diskussionen und Exponatvorführungen finden Sie im Veranstaltungsplan des Forums DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN.

Autor

Portrait Jasmin McNally, Public Relations Chillventa

Jasmin McNally

Public Relations Chillventa