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13. - 15. Oktober 2020 // Nürnberg, Germany

Chillventa Newsroom

Kalt, kälter, Kältetechnik

Georg Hackl, mehrfacher Rennrodel-Weltmeister und Olympiasieger

Die Kälte- und Klimatechnik begleitet uns durchs tägliche Leben. Unsere Nahrung wäre ohne Kühltransporte und entsprechende Lagerung in Kühltheken im Supermarkt nur wenige Tage haltbar. Eingriffe in warmen OP-Sälen und die Aufbewahrung von Transplantationsorganen wären undenkbar. Die Kälte mit ihren Vorzügen begegnet uns viel öfter als uns bewusst ist und auch bestimmte Wintersportarten profitieren enorm von den kältetechnischen Anlagen.

Georg Hackl ist ein Experte, wenn es um Kälte geht. Der langjährige Rennrodler wirbelte schon unzählige Male durch den Eiskanal und weiß, worauf es ankommt.

Herr Hackl, welche Bedeutung hat bzw. hatte die Kälte für Sie und Ihren Sport?

Im emotionalen Sinn erfreue ich mich immer wieder an einer schönen, trockenen Kälte. Das ist das perfekte Wetter im Winter, ein wahrer Wintertraum. Kälte im technischen Sinn ist für mich unverzichtbar, denn ich greife gerne auf Tiefgefrorenes zurück, welches ohne Zutun von Chemie lange haltbar ist. Im Sommer genieße ich es auch sehr, meine Getränke mit Eiswürfeln zu kühlen. Für das Rodeln spielt die künstlich erzeugte Kälte ebenfalls eine sehr große Rolle. Während andere Sportarten, wie das Skispringen oder der Biathlon, darauf angewiesen sind, dass Wind und Temperatur mitspielen, können wir den ganzen Winter über, nahezu wetterunabhängig, die Eisbahn nutzen. Daher ist die technisch erzeugte Kälte substanziell für den Rodelsport.

Wäre ein Sportrodeln ohne die Kältetechnik und das erzeugte Kunsteis denn überhaupt möglich?

Möglich schon, allerdings nur in gewissen Regionen, die die klimatischen Gegebenheiten aufweisen. In St. Moritz steht beispielsweise europaweit die letzte verbliebene Kunstbahn mit natürlicher Vereisung. Aber ganz klar, der Rodelsport könnte nur bedingt ausgeübt werden und wäre ohne die Kältetechnik heute nicht auf dem Niveau, auf dem er derzeit ist.

Was denken Sie, welche weiteren Wintersportarten sind besonders auf die Kältetechnik angewiesen?

Neben dem Rodeln und Bobfahren, auf alle Fälle Eisschnelllauf und Eiskunstlauf. Eigentlich alles, was auf Schlittschuhen kreucht und fleucht.

Inwiefern mussten Sie sich mit der Kältetechnik bzw. den Gegebenheiten des Kunsteises auseinander setzen, um erfolgreiche Rennen zu fahren?

Um die Rennstrecke optimal ausnutzen zu können, setzte ich mich sehr intensiv mit den Eigenschaften des Kunsteises auseinander. Je nach Temperatur des Eises, gleiten unterschiedliche Kufen des Rodelgerätes besser oder schlechter auf der Bahn. Die Kufe als Schnittstelle zwischen Sportgerät und Untergrund muss an die Eisverhältnisse angepasst werden. Es stellt sich für uns Rodler immer die Frage, welche Taktik der Eismeister verfolgt. Dieser regelt die Kälteanlagen und steuert damit die Eistemperatur. Unter Umständen ist die Wahl der richtigen Kufen wettkampfentscheidend.

Sind denn Absprachen mit dem Eismeister möglich?

Nein, das wäre zwar sehr praktisch, aber die Eismeister sind eine Art Schiedsrichter, die die Eistemperatur so einstellen, dass es für alle Sportler gerecht zugeht. Ansonsten wären beispielsweise bei extremer Kühlung die früheren Starter bevorzugt.

Sie haben Ihre Schlitten ja immer selbst gebaut. Auf was haben Sie sich dabei im Speziellen konzentriert?

Bei der Optimierung des Schlittens gibt es verschiedene Schwerpunkte. Bei der Gestaltung der aerodynamischen Bauweise kommt es vor allem darauf an, die Form des Schlittens an die Körperkonturen des Sportlers anzupassen. Außerdem sind die Bauart des Fahrwerks und das Design der Stahlkufen entscheidend. Je nach Eisverhältnissen muss das aufeinander abgestimmt werden. Momentan baue ich die Schlitten für einen Teil der Nationalmannschaft. Ich bin sehr stolz, dass sie mit meinen Geräten schon so einige Erfolge einfahren konnten.

Sie waren auch stets erfolgreich bei der Wok-WM am Start, wo liegen denn die Unterschiede zwischen dem Wok-Fahren und dem Rennrodeln und wofür konnten Sie sich mehr begeistern?

Da gibt es sehr große Unterschiede. Beim Wok-Fahren gibt es gar kein Regelwerk. Jeder konnte tun und lassen, was er wollte. Zu Beginn war es auch recht witzig, die unterschiedlichen Taktiken zu beobachten, allerdings nahm das Ganze irgendwann gefährliche Ausmaße an. Viele Teilnehmer merkten schnell, dass eine Beheizung des Woks nicht funktioniert, weil das Material zu dünn ist und gleich wieder abkühlt. Daraufhin wurde versucht mit viel Gewicht zu punkten. Komplett mit Blei behangen, mussten einige Wok-Fahrer von mehreren Personen gestützt werden. Auch die Fahrt an sich ist etwas völlig anderes. Es ist sehr anstrengend und zum Teil auch schmerzhaft, ständig an die Banden geschleudert zu werden. Der Wok lässt sich in keiner Weise lenken. Man ist regelrecht ein Spielball der Elemente.

Herr Hackl, Sie werden als Gast auf der Chillventa sein. Was sind Ihre Aufgaben auf der Messe und auf was freuen Sie sich besonders?

Der Bereich der Kälteerzeugung interessiert mich brennend. Gerade, weil heute Lösungen im Vordergrund stehen, die Wärme und Kälte auf intelligente Art und Weise erzeugen. Gespannt bin ich außerdem, was sich in Bezug auf regenerative Techniken getan hat. Den Messebesuchern werde ich dann gerne für Autogramme und Fotos zur Verfügung stehen und die Sieger des Bundesleistungswettbewerbes küren.

Beim Bundesleistungswettbewerb müssen die jungen Anwärter während des Messegeschehens eine funktionsfähige Kälteanlage errichten. Alles rund um die Themen Energieeffizienz, Wärmepumpen und Kältetechnik finden Sie auf der Chillventa, die vom 11.-13. Oktober 2016 im Messezentrum Nürnberg stattfindet.

Weitere Informationen rund um die Chillventa und die Branche finden Sie im neu geschaffenen Newsroom der Chillventa: chillventa.de/news

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